Was bedeutet DIY? Nicht nur für Kreuzworträtsel interessant…

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(zuletzt aktualisiert am: 6. Juni 2021)

Bücher, Blogs, Werbung – alle ermutigen sie uns zu DIY. Aber was bedeutet DIY denn nun?

Hinter der Abkürzung DIY (englisch, ausgesprochen: „Di – Ei – Wei“) verbirgt sich „Do it yourself“ (ausgesprochen: „Du – it – jo-self“) , was so viel bedeutet wie: „Mach es selbst“. Alles, was in Eigenregie und in der Regel ohne eine entsprechende berufliche Ausbildung hergestellt wird, gilt als DIY-Produkt.

Das kann sich aufs Kochen und Backen beziehen, auch Nähen und andere Handarbeitstechniken zählen dazu und natürlich der große Heimwerker-Bereich.

DIY im Punk

Aber wusstest du, dass DIY auch eine ganz wichtige Rolle in der Entwicklung einer großen Musikrichtung des letzten Jahrhunderts spielte – dem Punk?

1975 erschien ein Magazin mit dem Namen „Punk“.

Es war Marke Eigenbau einer kleinen Gruppe und somit einer der entscheidenden Anfänge der Do-it-yourself-Bewegung des Punks: Einige Musikbegeisterte, die mehr dilettantisch als professionell (geschweige denn mit hohen ästhetischen Ansprüchen) gemeinsam an etwas arbeiteten, das wiederum Gleichgesinnte erreichen sollte.

So wie dieses Magazin, so entstand im Grund diese ganze Musikrichtung. In möglichst großer Distanz zur Gesellschaft bauten sich die Musikerinnen und Musiker ein eigenes Umfeld, oft ohne den Ehrgeiz zur Perfektion und mit dem Mut, hässlich und unfertig zu sein.

Punk war somit auch eine Antwort an die makellose und kontrollierte Rockmusik der Jahre zuvor. Viele Garagenbands gründeten sich, um lauter, kratziger und experimenteller zu werden. Und dabei war es nicht so wichtig, ein Instrument richtig gut zu beherrschen.

Über die deutsche Punkrockband „Die Toten Hosen“ heißt es beispielsweise, sie habe bei ihrer Gründung 1982 die Instrumente ausgelost und erst nach dem Erscheinen ihrer ersten Platten gelernt, auf jenen zu spielen.

Von den Aufnahmen, über die Verbreitung bis hin zur Organisation der eigenen Konzerte war es vielen Musikerinnen und Musikern das oberste Kredo, selbstbestimmt und unabhängig zu arbeiten.

Bei Aufnahmen durfte der Ton schlecht sein, das Meiste wurde sowieso in Eigenregie produziert und verbreitet. Auch im Punk kam irgendwann die Kommerzialisierung, Bands wie „The Sex Pistols“ oder „The Clash“ feierten weltweit Erfolge. Doch vor allen Dingen in den Anfangszeiten war Vieles am Punk ganz schön DIY.

Trend…

Im Heimwerkerbereich gab es den Do-it-yourself-Gedanken jedoch schon fast 20 Jahre vor dem Punk. Es begann 1957 mit dem Erscheinen von „Selbst ist der Mann“, dem ersten DIY-Magazin. Die Zeitschrift beinhaltete alles, was „Mann“ wissen sollte rund ums Arbeiten in Wohnung, Haus und Garten.

Hier sind wir also angelangt in der Branche, in der DIY wohl am bekanntesten sein dürfte: dem Heimwerken. In deutschen Haushalten wird tapeziert und gebohrt, es werden Leitungen ge- und Laminat verlegt. Es wird Rasen gesät und in Eigenregie Terrassen gebaut.

Wem kommt der folgende Dialog so oder so ähnlich nicht doch ziemlich bekannt vor:

„Meine Toilette gluckert und der Klempner kann erst morgen.“ – „Dann schau doch einfach mal im Internet nach einer Anleitung und mach’s selbst“.

Seit Jahren ist DIY also ein Trend, den ganz maßgeblich das Internet vorangetrieben hat. Auf unzähligen Plattformen werden Rezepte, Anleitungen und Erfahrungen digital ausgetauscht und Selbstgemachtes wiederum wird hier auch gerne wieder zu Geld gemacht.

DIY ist allgegenwärtig. Um Kosten zu sparen, aber auch einfach, weil es Spaß macht. Und im Heimwerker-Bereich immer öfter auch, weil es einfach schwer ist, (zeitnah) an Handwerker zu kommen. Also wird einfach selbst probiert und sind wir mal ehrlich – es macht auch viel Spaß!

…und irgendwie Schon-immer-dagewesen

DIY ist Trend und doch gleichzeitig auch schon hunderte Jahre alt. Schließlich gab es wohl nie eine Zeit, in der jeder für jede anfallende Arbeit gleich den zuständigen Schreiner, Schlosser, Fliesenleger oder Maurer engagierte.

Schon immer eigneten sich die Menschen auch Fähigkeiten außerhalb ihrer Berufsausbildung an, die sie im Alltag weiterbringen würden.

Die Etablierung der ersten Baumärkte in Deutschland in den 1960er Jahren unterstützte und förderte die DIY Entwicklung aber maßgeblich. Seitdem ist kein Ende in Sicht bei dieser Entwicklung, die oft auch versucht Antworten zu finden auf Fragen zu unserem gegenwärtigen Konsumverhalten.

Oft wissen wir nicht mehr, wo die Dinge herkommen oder erschrecken über lange Transportwege, schlechte Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern oder unzureichende Qualität der Dinge.

Im DIY kann also auch ein Bewusstsein für Produkte und Arbeit, für Nachhaltigkeit und globale Verantwortung eine Rolle spielen. Und es geht natürlich auch um persönlichen Ausdruck, individuellen Geschmack – und eben den Spaß daran, etwas selbst zu tun.

Ein Hoch auf DIY

Ich denke, Du solltest nun genug über DIY wissen. Doch dabei warst du selbst bestimmt schon oft DIYler oder DIYlerin.

DIY – Es steht für eine dilettantische Herangehensweise an Musik, Kunst oder Handwerk. Aber dilettantisch im besten Sinne des Wortes.

Es heißt zunächst ja bloß, dass man keine fachliche Ausbildung hat, (noch) keine Expertise besitzt. Sich aber in neue Dinge, Themen und Fertigkeiten einzuarbeiten ist doch eine wunderbare Sache. Sie macht Spaß, kann frustrieren, aber bei Lernerfolg auch unheimlich erfreuen und fordert stets Geist und Körper.

Und kann letztlich zu ziemlich guten Ergebnissen führen – oftmals günstiger und vor allem individuell statt seriell. Wer sich in DIY übt, der und die sollte also ganz schön stolz auf sich sein. Das erfordert nämlich Kreativität, Durchhaltevermögen und Geschicklichkeit. Ein Hoch auf DIY!

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