Der große Akkuschrauber Guide für angehende Heimwerker

Ob ein Umzug oder ein Möbelkauf ansteht, im eigenen Haushalt gibt es gibt es eine Menge zum Schrauben. Vielleicht überlegst Du Dir gerade, Dir einen Akkuschrauber anzuschaffen, möchtest Dich aber vorher rundum informieren?

In diesem Guide möchte ich alle aufkommenden Fragen angehender Heimwerker beantworten, so dass Du bestens für den ersten Einsatz eines Akkuschraubers gerüstet bist.

Inhaltsübersicht

Seit wann gibt es Akkuschrauber?

Der erste elektrische Schraubendreher wurde 1923 von Black & Decker erfunden und war natürlich mit einem Stromkabel ausgestattet.

Die Wurzeln des elektrischen Schraubendrehers sind offensichtlich in der Erfindung der ersten tragbaren elektrischen Bohrmaschine zu sehen, die in vielen Aspekten, einem Akkuschrauber ähnlich ist.

Die erste tragbare elektrische Bohrmaschine wurde ebenfalls von Black & Decker entwickelt und 1917 patentiert, aber die tragbare elektrische Bohrmaschine befand sich bereits seit 1910 in der Entwicklung.

Makita brachte im April 1969 den ersten Akku-Bohrschrauber auf den Markt. Das Modell 6500D war mit einem 1m langen Kabel an einer mobilen 12 Volt Stromquelle angeschlossen und ermöglichte damit das Schrauben und Bohren an schwer zugänglichen Stellen.

Die Makita 6500D wog 1,1 Kilogramm und erreichte 600 Umdrehungen pro Minute. Sie schaffte es mit einer vollen Akkuladung bis zu 350 M3,5×20-Schraubenin Kiefernholz zu drehen.

Dies war natürlich ein Werkzeug, das die Branche revolutionierte, da es die Arbeit einfacher und effizienter machte. Auch 50 Jahre später sind Akkuschrauber noch genauso wichtig und nützlich wie eh und je.

Ist ein Akkuschrauber eine Bohrmaschine?

Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort:

Nein, ein Akkuschrauber wurde dazu entwickelt Schrauben ein- bzw. auszudrehen. Mit einer Bohrmaschine ist es möglich Löcher in harte Materialien zu bohren um anschließend mit einem Akkuschrauber etwas daran zu befestigen.

Eine Bohrmaschine kann auch als Schraubendreher verwendet werden, aber dann musst Du möglicherweise Abstriche bei der Präzision machen.

Da ein Akkubohrer mit Batteriestrom arbeitet, weist er eine hohe Geschwindigkeit auf, und das kann dazu führen, dass eine Schraube beim Eindrehen in eine Oberfläche ihren Weg verliert.

Die Hauptfunktion eines Akkuschraubers hingegen ist es, lose Schrauben zu befestigen. Er eignet sich am besten für kleine Projekte wie das Befestigen von Türscharnieren und das Festziehen von Schrauben in Fensterbänken.

Da beide Werkzeuge für alle Arten von Bau- oder Reparaturarbeiten verwendet werden, kannst Du ohne weiteres beide besitzen. Je nach Umfang und Dringlichkeit Deines Projekts kannst Du beide Werkzeuge abwechselnd verwenden.

Was ist ein Akkuschrauber?

Akkuschrauber sind vielseitige elektrische Handwerkzeuge zum Einschrauben von Schrauben. Im Vergleich zu ihren manuellen Gegenstücken helfen sie, Zeit und Mühe bei Aufgaben zu sparen, die das Einsetzen vieler Schrauben erfordern, wie z. B. beim Auf- und Zusammenbau von Möbeln.

Akkuschrauber – auch Elektroschrauber genannt – sind tragbar, passen leicht in die Handfläche und können für viele verschiedene Projekte in und um das Haus verwendet werden; von leichten Wartungsarbeiten bis hin zu größeren Heimwerkerarbeiten.

Bei diesen Elektrowerkzeugen müssen Sie sich keine Gedanken über störende Stromkabel machen, denn Akkuschrauber werden durch wiederaufladbare Batterien, meist Lithium-Ionen-Akkus, betrieben.

Was macht man mit einem Akkuschrauber?

Egal, ob Du an Deinem Fahrrad arbeitest, die Steckdosen in Deiner Küche austauschst, oder ein anderes Heimwerkerprojekt angehen möchtest, ein Akkuschrauber kann sich als sehr nützlich erweisen, um Schrauben schnell und effizient anzuziehen und zu entfernen.

Betrachte einen Akkuschrauber als eine weniger leistungsstarke Alternative zu einer kabelgebundenen oder kabellosen Bohrmaschine – er hat nicht die Kraft, um sehr dichtes Material zu durchbohren, aber er kann eine gute Option für leichte bis mittlere Arbeiten sein.

Während Bohrmaschinen etwas unhandlich sein können, kommt man mit einem schlanken Akkuschrauber auch an enge Stellen. Und weil er schneller arbeitet als sein manueller Vorgänger, hilft Dir ein Akkuschrauber dabei, das Projekt auf Kurs zu halten.

Er reduziert außerdem die Ermüdung und kommt allen zugute, die Probleme mit der Beweglichkeit des Handgelenks oder der Hand haben – schließlich kann das Hin- und Herdrehen des Handgelenks mit einem herkömmlichen Schraubendreher eine echte Qual sein.

Außerdem kann bei einem manuellen Schraubendreher die Hand in die Sichtlinie geraten, was es schwierig macht, zu sehen, was man tut, und möglicherweise dazu führt, dass man von Befestigungselementen abrutscht – kein Problem mit einem kabellosen Modell.

Und schließlich sind sie aufgrund ihres geringen Gewichts und der Tatsache, dass sie keine Steckdose benötigen, perfekt tragbar – ein Werkzeug, das Sie überallhin mitnehmen können.

Wie funktioniert ein Akkuschrauber?

akkuschrauber im inneren

Stell‘ Dir das Innere Deines Akkuschraubers wie einen Stromkreis vor.

Wenn Du den Auslöser des Drehzahlreglers betätigst, leitet ein Schalter im Inneren des Werkzeuggehäuses den Strom vom Akku zum Motor.

Jedes Mal, wenn Du den Abzug betätigst, schließt Du den Stromkreis und läßt damit Strom durch den Schrauber fließen.

akkuschrauber im inneren batterie

Batterie

Jeder Akkuschrauber hat eine wiederaufladbare Batterie. Entweder fest verbaut, wie hier auf dem Bild, oder als aufsteckbaren Akku und somit zum Wechseln geeignet.

akkuschrauber im inneren motor

Motor

Der Motor wandelt die elektrische Energie der Batterie in mechanische Energie um, die für die Drehung des Spannfutters erforderlich ist.

Die Leistung des Motors ist eine Kombination aus Drehmoment und Drehzahl.

akkuschrauber im inneren getriebe

Getriebe

Die Kraftübertragung vom Motor zum Bohrfutter erfolgt über das Getriebe.

Je nach Fabrikat und Modell Ihres Akkuschraubers kann das Getriebe die Möglichkeit bieten, verschiedene Gänge und damit Drehzahlbereiche zu wählen.

akkuschrauber im inneren spannfutter

Bohr- oder auch Spannfutter

Durch die Kraft des Motors wird das Bohrfutter und damit der Bit in Rotation versetzt, so dass der Akkuschrauber Schrauben eindrehen kann.

Wie benutzt man einen Akkuschrauber?

Bevor Du dieses Elektrowerkzeug zum ersten Mal verwendest, stellt sich Dir vielleicht die Frage, wie der Akkuschrauber richtig benutzt wird? Hier möchte ich Dir einen kleinen Ratgeber zur Verfügung stellen, damit Du Deine Maschine effektiv nutzen kannst.

Verwende die richtigen Bits beim Arbeiten mit einem Akkuschrauber

Wenn du mit Elektrowerkzeugen wie einem Akkuschrauber arbeitest, ist es entscheidend, dass du den richtigen Schraubendreher-Bit verwendest.

Es gibt verschiedene Arten von Bits. Die Art der Schraube, an der du arbeitest, spielt ebenfalls eine Rolle.

Der am häufigsten verwendete Bit, der für mittlere Holzschrauben geeignet ist, ist der PZ2. Bei der Auswahl eines Bits kannst du die auf dem Metall eingravierte Markierung überprüfen.

PZ2 aus dem Zubehör der Makita DF001DW
10 Bits aus dem mitgelieferten Zubehör der ***Makita DF001DW***

Teste, ob Du den richtigen Schraubendrehereinsatz verwendest

Sobald Du den richtigen Bit bestimmt hast, musst Du als nächstes sicherstellen, dass der Bit fest auf dem Schraubenkopf sitzt.

Wenn Du Dir jedoch unsicher bist, solltest Du den Schraubendreher-Bit in einem 45-Grad-Winkel halten. Wenn die Schraube auf dem Schraubendreherbit bleibt und nicht abfällt, hast du den richtigen Bit verwendet.

Stelle sicher, dass das Bit fest auf dem Schraubenkopf platziert ist

Wenn Du mit Akkuschraubern arbeitest, musst Du sicherstellen, dass der Bit fest auf dem Kopf der Schraube sitzt, die Du gerade bearbeitest.

Beim Schraubvorgang musst Du darauf achten, dass Du den richtigen Druck auf die Oberseite des Akkuschraubers ausübst, um sicherzustellen, dass der Schraubendreherbit beim Schraubvorgang im Schraubenkopf bleibt.

Halte die Schraube in Position

Wenn Du sichergehen willst, dass der Bit oder die Schraube nicht abrutscht, während Du sie in das Holz treibst, musst Du die Seiten der Schraube sanft fixieren. Mit dieser Technik kannst du die Schraube so lange festhalten, bis sie beginnt, sich in das Holz zu bohren.

Dies kann aber gerade bei Anfängern leicht zu Verletzungen an den Fingerkuppen führen, daher würde ich hier einen Schraubenhalter empfehlen. Die gibt es schon für kleines Geld zu kaufen. Achte aber darauf dass Ringmagneten im Halter befindet.

Mein Favorit ist der ***Schrauben- und Bithalter von Wera*** er ist zwar etwas teurer, aber die Qualität dieses kleinen Helfers ist es absolut wert.

Akkuschrauber Bit und Schraubenhalter

Vorbohren eines Führungslochs auf Hartholz

Das Festhalten von Schrauben ist ideal, wenn Du auf Kiefernholz oder anderen weicheren Hölzern arbeitest. Wenn Du jedoch auf Hartholz arbeitest, solltest Du ein Führungsloch vorbohren. Das sollte die Arbeit einfacher machen.

Zusätzlichen Druck mit deinen Händen oder Schultern ausüben

Wenn Du merkst, dass das Schraubendreherbit aus dem Schraubenkopf herausrutscht, bedeutet das, dass du nicht genug Druck auf das Werkzeug ausübst.

Um dieses Problem zu beheben, kannst Du die ausgeübten Kraft verstärken, indem du mit deiner freien Hand stärker auf die Oberseite des hinteren Teils des Schraubers drückst.

zweihaendig Kraft ausueben

Erreiche kontrollierten Druck mit der "Ein und Aus-Technik"

Du musst daran denken, den Druck zu verringern, sobald Du merkst, dass die Schraube fast an ihrem Platz ist. Wenn Du das nicht tust, wird die Schraube am Ende tief in das Holz sinken und vielleicht im schlimmsten Fall das Material beschädigen.

Du kannst die „Ein-und-Aus-Technik“ anwenden, die Dir mehr Kontrolle darüber gibt, wie tief die Schraube, an der Du gerade arbeitest, in das Holz getrieben wird.

Übe zuerst, bevor Du an dem eigentlichen Projekt arbeitest

Wenn Du ziemlich neu im Umgang mit einem Akkuschrauber bist, solltest Du zuerst an einem Stück Holz üben, bevor Du an dem eigentlichen Projekt arbeitest.

Mit etwas Übung wirst Du lernen, wie Du das Werkzeug kontrollieren kannst. Es lohnt sich auch, das Handbuch Deines Elektrowerkzeugs zu lesen und sich über die verschiedenen Funktionen des Werkzeugs zu informieren.

Was sind Bits bei Akkuschraubern?

Bits sind ein Werkzeug zum Ein- oder Ausdrehen von Schrauben, das an den meisten Schraubern angebracht werden kann. Alle Schrauben haben einen Kopf mit einer Kontur, so dass das dazugehörige Bit den Schraubenkopf greifen kann.

Durch die Anwendung eines ausreichenden Drehmoments auf den Schraubendreher wird die Schraube so zum Drehen gebracht.

Stile

Alle Schraubendreherbits haben einen sogenannten ¼“ Sechskant-Schaft und passen in jeden Bohrmaschine oder Schrauber mit einem schlüssellosen oder ¼“ (6,35mm) Sechskantbohrfutter. Erhältlich sind drei Arten von Bits:

Einsteckbits
Einsteckbits

Einsteckbits haben einen extrem kurzen Schaft, kosten von allen Schraubendreherbits am wenigsten und sind so konzipiert, dass sie in einen magnetischen Bithalter einrasten.

Power Bit
Power-Bits

Power-Bits sind so konzipiert, dass sie direkt in das Bohrfutter einer Bohrmaschine passen, aber da sie länger sind, sind die Kosten auch etwas höher.

Doppelseitige Bits
Doppelseitige-Bits

Doppelseitige Bits verfügen über einen Schraubendrehereinsatz an beiden Enden (entweder die gleichen oder unterschiedliche Typen).

Sie können dem Schraubendreher-Bit die doppelte Lebensdauer eines Einsteckbits oder eines Power-Bits verleihen, und das zu weit weniger als den doppelten Kosten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie aufgrund ihrer Bauweise nicht in ein ¼“ (6,35 mm) Sechskantfutter passen.

Wie bekommt man einen Bit in den Akkuschrauber?

  1. Stelle den Richtungsschalter am Schraubendreher mit deinem Finger in die Mitte. Nun sollte sich der Abzug nicht mehr drücken lassen.
  2. Lege deine Hand über die Vorderseite des Schraubendrehers. Greife den Ring – den Teil, der das Bit umgibt – mit deinem Daumen und deinen Fingern.
  3. Nun drehst Du den Ring von Deinem Körper weg bis sich das Bohrfutter löst.
  4. Nachdem genug Platz im Bohrfutter ist, legst Du Deinen Bit hinein, natürlich noch so, dass die Spitze herausschaut.
  5. Nun drehst Du den Ring des Bohrfutters zu Deinem Körper hin und stellst das Bit damit fest.
  6. Das war’s auch schon.

Hier noch ein kurzes Video dazu:

Wie schnell dreht ein Akkuschrauber?

Die Drehzahl eines Akkuschraubers wird in Umdrehungen pro Minute (U/min) gemessen. Eine volle Rotation des Futters bedeutet dabei eine Umdrehung.

Bei Akkuschraubern reicht die Drehzahl von 180 bis 600 U/min, je nach Leistung des Geräts.
Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Akku-Bohrschrauber arbeitet mit etwa 1000 U/min.

Wie stark muss ein Akkuschrauber sein?

Nun das kommt ganz darauf an, was das Gerät können soll. 

Leistung

Benutzung

3,6v und 7,2v

gelegentlicher Zusammenbau von Möbelstücken

10,8v

Umzug, häufige Benutzung in der Wohnung

14,4v und größer

häufige Benutzung im und rund um’s Haus

Wieviel kostet ein Akkuschrauber?

Auch hier kommt es darauf an was für ein Modell Du möchtest, bzw. welche Arbeiten Du verrichten möchtest. Die kleinen 3,6v Miniakkuschrauber sind bereits ab 20 Euro erhältlich. 

Für Modelle mit 10,8v Spannung musst Du schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Der ***Bosch GSR 10,8v Akku-Bohrschrauber*** mit dem auch Bohren möglich ist kostet mit sehr gutem Zubehör beispielsweise ca. 120 Euro auf Amazon.

Für die 14,4v und 18v Geräte sind dann schon über 200 Euro und mehr fällig je nach Akkukapazität und Zubehör.